
Syed, Renate
Privatdozentin an der LMU München, Gastdozentin an der Hochschule für Philosophie und vhs-Dozentin
Renate Syed ist promovierte und habilitierte Kulturwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Indien und Japan. An der LMU und den Volksschulen in München und im Umland hält sie Vorträge zum alten und zeitgenössischen Indien, zu Religion, Philosophie, Politik und Gesellschaft. Diese Themen behandelt sie auch für Japan in Vorträgen zu Geschichte, Gesellschaft, Kultur.
Indien und Japan sind bedeutende alte Kulturen; meine Motivation besteht darin, sie mit Begeisterung und Respekt nach bestem Wissen und Gewissen darzustellen. Die vergangenen Vorträge zeigen, dass ein großes Interesse besteht, besonders Japan "boomt".
Die VHS Starnberg-Ammersee ist für mich ein angenehmer Ort der Begegnung mit gut informierten Interessierten, ich freue mich auf Austausch, Dialog und Kritik.
Kurse (2)
Staat und Gesellschaft, Krieg und Frieden im alten und im heutigen Indien
Das alte Indien hat eine bemerkenswerte Staats- und Politiktheorie formuliert, so das Arthashastra im 3. Jh. v. Chr., der Nitisara und die Epen, vor allem das Mahābhārata. Die heutige indische Außenpolitik, vor allem die von Indiens erstem Premier konzipierte und bis heute gültige Konzeption, ist von altindischen Theorien beeinflusst; Pragmatismus, Flexibilität, "India First" und eine weitgehende „strategische Autonomie“ sind bis heute maßgebliche Prinzipien. Gleichzeitig wirken traditionelle altindische Modelle der Gesellschaft, so das Kastensystem, in Indien bis heute.
Die beiden Vorträge gehen den Fragen nach, inwieweit das moderne politische Denken von Traditionen beeinflusst wird, was "Staat" und "Gesellschaft" bedeute(te)n und wie Indien zu Krieg und Frieden stand und steht. Wie ist das Verhältnis von „Moderne“ und hinduistischer Tradition in Hinblick auf die in der Verfassung verankerte "Säkularität" zu verstehen. Was bedeutet die hindukonservative Politik der BJP für das heutige Indien?
Mit Immanuel Kant und der indischen Bhagavadgītā durch stürmische Zeiten
"Die interessanteste Meinung ist die der Anderen" - so lautet ein Plakatmotiv der Volkshochschulen. Und tatsächlich lohnt es sich, den Blick über vertraute Denkweisen hinaus zu richten. Gerade in herausfordernden Zeiten können ältere und kulturell entfernte Philosophien neue Orientierung geben, Halt vermitteln und überraschende Perspektiven eröffnen.
Dieser Vortrag stellt zwei bemerkenswerte "andere" Positionen vor: die Lehren der indischen Bhagavadgītā (entstanden etwa um 300 v. Chr.) und die Philosophie Immanuel Kants (1724–1804). Zwischen beiden Denksystemen liegen mehr als zwei Jahrtausende - und dennoch finden sich erstaunliche Parallelen. Unabhängig voneinander entwickeln sie Antworten auf eine zentrale Frage: Wie kann ein gutes Leben in unruhigen Zeiten gelingen? Ihre Empfehlungen lauten: Pflichterfüllung, Wohlwollen und Gelassenheit - und zwar gerade jetzt.